Westfalenblatt vom 29.04.2008
Musiker lassen Funken fliegen
Gemeinsames Konzert der Feuerwehren in Kaunitz ein Ohrenschmaus
Verl-Kaunitz (hr). Kann man schwungvoller in die neue Woche starten als mit einem glänzend interpretierten Feuerwerk an Filmhits? Wohl kaum. Mächtig ins Zeug legten sich am Sonntagabend 250 Musikerinnen und Musiker aus den Feuerwehrlöschzügen im Kreis - und wurden vom Publikum stürmisch gefeiert.
Die temperamentvoll und keck aufspielenden Instrumentalisten kommen alle drei Jahre zu einem Gemeinschaftskonzert zusammen. Zum diesjährigen Auftritt hieß Kreisstabführer Matthias Heitwerth in der Kaunitzer Ostwestfalenhalle neben zahlreicher Feuerwehr- und Polit-Prominenz hunderte begeisterter Zuhörer aus dem weiten Umland willkommen. Sie alle erlebten gut zwei Stunden lang exquisite Musik und Unterhaltung, witzig und spontan moderiert von Thomas Harte.
Der Musikzug Oesterweg mit Klaus Flottmann am Pult, der Spielmannszug Neuenkirchen mit seinem Dirigenten Heinz Hermann Dreisewerd, der Musikzug Spexard (Leitung: Jörg Niggenaber), der Musikzug Borgholzhausen (musikalische Leitung: Wayne Tucker), der Spielmannszug Avenwedde mit Sandra Garczyk, der Spielmannszug der Werksfeuerwehr Westag und Getalit (geleitet von Nina Voltmann) und das Symphonische Blasorchester Gütersloh mit seinem musikalischen Leiter Thomas Boger brillierten im Zusammenspiel, so dass auch der Ehrenstabführer und jetzige Landes- und Bundesstabführer Werner Ketzer seine helle Freude an den Darbietungen hatte. »Film-Festival« war das konzertante Treffen betitelt. Es wurde mit bekannten wie beliebten Songs aus Fernseh- und Kino-Klassikern zum Leben erfüllt. Melodien aus »Police Academy«, »Fackeln im Sturm«, »König der Löwen«, »Miss Marple« und »Beverly Hills Cop« wurden ebenso mal munter und markant, mal feinfühlig und beseelt vorgestellt wie ein Medley aus dem »Dschungelbuch«, der Zyklus »Film-Festival«, wie »Musik ist Trumpf«, »What a Feeling« aus »Flashdance« und »Pirates of the Caribbean« aus »Fluch der Karibik« sowie der »Colonel Boogey Marsch« (ja, der aus der Underberg-Werbung).
Prachtvoll und mit viel Glanz erklangen die Werke für großes Orchester, wobei die Schwierigkeit eins solchen Riesenprojekts immer darin besteht, einen derart mann- (und frau-)starken Klangkörper in sich geschlossen zusammen zu behalten. Das gelang den sich abwechselnden Dirigenten indes in jeder Hinsicht überzeugend. In dem festlichen Konzert gab es unendlich viele Glücksmomente auf beiden Seiten des Dirigentenpults. Die Spielfreude der Instrumentalisten und die Freude darüber, einmal in einem solch opulenten Klangapparat auftreten zu können, übertrug sich dabei einem Funkenflug gleich auf das Publikum. Jenes war angesichts der musikalischen Darbietungen gänzlich verzückt und erklatschte sich mit dem »Mars der Medici« noch eine schmissige Zugabe.
Richter
