Neue Westfälische vom 06.11.2007
Mit viel Harmonie
Symphonisches Blasorchester der Feuerwehr musiziert in der Stadthalle
Gütersloh (tob). Fast ist es, als wären Dirigent und Orchester eins. Im Einklang miteinander sind sie allemal, sowohl optisch wie auch musikalisch. Einmal mehr gelang es dem Symphonischen Blasorchester der Feuerwehr, sein Publikum mit alten und neuen Klängen zu begeistern. Am Samstagabend spielte es unter Leitung Thomas Bogers in der Stadthalle.
Kraftvoll begann der Dirigent mit dem Militärmarsch „Eisenhower Centennial“. Schon am Anfang des Konzerts bestach das Orchester durch seine klaren, dynamischen und einheitlichen Klänge. Die Bewegungen der Posaunen wirkten synchron. Es schien, als ließe sich das Orchester selber von seiner Musik mitreißen. Dabei waren Mimiken vertreten, vom angestrengten Gesichtsausdruck des Posauners bis zur Kontrabassistin, die sich mit geschlossenen Augen von der Melodie tragen ließ, während Finger und Bogen geschwind über die Saiten flogen.
Nach Auszügen aus „Die lustige Witwe“ von Franz Léhar verließ das Orchester die Bühne, begleitet von Applaus und Jubel von den fast ausverkauften Rängen. „Keine Angst, das Konzert ist noch nicht vorbei!“, scherzte der 37-jährige Dirigent. Stattdessen nahm nun das Jugendorchester die leeren Plätze ein. Das Konzert wurde nun mit „Humanos“ und der „Singapura Suite“ von dem Komponisten Jan van de Roost fortgesetzt, wobei im Vergleich zum großen Orchester von Leistungsabfall keine Rede sein konnte. In Vorbereitung auf den deutschen Orchesterwettbewerb am 11. November in Hamm hatte Thomas Boger sogar zehn Musiker aus dem Jugendorchester befördert: Sie spielen nun auch im Symphonischen Blasorchester und saßen mit ihren blauen Jacken wie Farbtupfer im einheitlich rot gekleideten Jugendorchester.
Dieses brachte seinen Auftritt nun mit Auszügen aus der Musik zum Walt-Disney-Film „Dschungelbuch“, bei dem bei dem einen oder anderen Zuhörer Kindheitserinnerungen wach wurden, zu einem gelungenen Abschluss.
Das große Orchester schloss dann mit einzelnen Stücken aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Cats“ an, wobei sich dieser Auftritt durch seine gelungen fließenden Übergänge zwischen den Liedern auszeichnete.
Dann mussten die erfahrenen Musiker abermals dem Nachwuchs weichen: Die erst 2006 gegründete Newcomer Band spielte Autumn Holiday und den „schleichenden James Bond“, „Superspy“ von Luigi di Ghisallo. Dabei gelang es diesen jüngsten Künstlern des Abends gut, die geheimnisvolle Stimmung des Stückes herüberzubringen.
Anschließend trat wieder das symphonische Blasorchester mit „Manhattan Symphony“ von Serge Lancen auf den Plan, einer musikalischen Rundreise durch das Herz New Yorks. Das Stück begann mit der Ankunft in der Stadt und dem überwältigenden Anblick der Wolkenkratzer. Im Central Park wird die Musik dann ruhig und in Harlem jazzig, was sich im Orchester durch verschiedene Soli äußert. Nach der hektischen Stimmung des Broadway endet die Reise dann mit einem großen Fortissimo des ganzen Orchesters am großen Rockefeller Building. Als bei den „Danceries“ von Kenneth Hesketh nach gelungenem Abschluss des zweiten Satzes das Publikum noch gebannt von der Musik ist, gibt es einen unplanmäßigen Zwischenfall, als plötzlich das kecke Lachen eines Kindes die Stille durchbricht. Das Publikum lacht, und auch Dirigent und Musiker zeigen sich amüsiert.
Thomas Boger rundete das Programm mit einer weiteren Filmmusik ab, abermals von Richard und Robert Sherman: „Mary Poppins“.
Dann wollte der Applaus kaum noch enden.
