Die Glocke vom 06.11.2007

Musik-Bummel durch New York

Gütersloh (gl). Auf musikalisch gesicherten Pfaden marschiert das Symphonische Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr dem Landesorchesterwettbewerb am 11. November in Hamm entgegen. Die Generalprobe am Samstag in der Stadthalle vor rund 500 Besuchern stimmte den Dirigenten Thomas Boger hoffnungsvoll. Die beiden Wettbewerbsstücke „Manhattan Symphony“ und „Danceries“ sitzen.

In weiser Voraussicht hatte Boger den stimmungsvollen New-York-Bummel von der Ankunft in Manhattan durch den belebten Central Park ins jazzige Harlem, auf den lautmalerisch hervorgehobenen Broadway und schließlich zum majestätischen Rockefeller Building als Herzstück des Konzerts bereits im Herbst des vergangenen Jahres im Repertoire. Wo damals ein kleines Blasensemble die abwechslungsreichen Soloparts des vom Franzosen Serge Lancen arrangierten Werks übernommen hatte, tobten sich dieses Mal die Instrumentengruppen des 70 Köpfe großen Orchesters nach Herzenslust aus.

Das zweite „Pflichtstück“ machte genau so viel Spaß. Mit den anspruchsvollen „Danceries“ von Kenneth Hesketh entfalteten die ambitionierten Feuerwehrmusiker ihr ganzes Repertoire von den zarten Klängen zu den facettenreichen Zwischentönen bis hin zum fortissimo vorgetragenen Sound, der in einem echten Brasskonzert nicht fehlen darf. Boger gelang es, die ganze Bandbreite seiner beharrlichen Orchesterarbeit den vielen Fans der Gütersloher „Feuerwerker“ darzulegen. Mit den forschen „Eisenhower Centennial“ marschierte das Programm gleich in Paris ein, um dort „Die lustige Witwe“ in Ausschnitten zu adaptieren.

Anschließend stellte das Jugendorchester unter Beweis, warum zehn seiner Mitglieder es geschafft haben, in die „Wettkampfmannschaft“ aufzusteigen. Mit den „Humanos“ von Jan van de Roost gelang ein melodischer Einstieg, ehe die „Singapura Suite“ des Belgiers, die dieser als Auftragsarbeit extra für ein Blasorchester geschrieben hatte, mit seinen fünf Sätzen das bunte Treiben der asiatischen Hafenstadt in beeindruckend sicher vorgetragene Töne verwandelte. Dass die Newcomer Band mit „Autumn Holiday“ und dem mal schleichenden, und in rabiater James-Bond-Manier interpretierten „Superspy“ bühnensicher „stand“, freute Boger besonders.

Auch das Finale mit „Mary Poppins“, deren fantasievolle Erziehungsmethoden das Orchester mit viel Feingefühl überbrachte, rundete den Abend ab.

Burkhard Hoeltzenbein