Die Glocke vom 11.05.2005

Klänge aus aller Welt im neuen Musik-Gewand

Gütersloh (gl). Unterhaltend soll die Musik sein und Freude bereiten: so boten das Symphonische Blasorchester sowie das Jugendorchester der Feuerwehr Gütersloh, ergänzt durch junge Bläser des Städtischen Gymnasiums, am Sonntag abend in der Stadthalle eine Augenweide in ihren feschen Uniformen sowie einen wahren Ohrenschmaus für alle, die die symphonische Blasmusik zu schätzen wissen.

In Anlehnung an Jules Verne führte Thomas Boger als musikalischer Leiter die Zuhörer in 80 Minuten um die Welt. In Adaptionen für Bläser bot der Klangkörper fast ausschließlich Ohrwürmer bekannter Komponisten von der Barockzeit bis hinein in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei fiel es nicht immer leicht, sich als Zuhörer von der Originalversion der Komponisten zu lösen.

Im ersten Teil des Konzertes erklangen zunächst die "Polonaise in Es-Dur" von Antonin Dvorák, gefolgt von Johann Strauß' eingängig gespieltem "Frühlingsstimmenwalzer" und Edvard Griegs "Morgenstimmung" aus der legendären "Peer-Gynt-Suite". Mit "Pas Redouble" von Camille Saint-Saens ging die Reise weiter. Erwähnenswert auf dieser ersten Etappe ist sicher auch der stürmische "Gaelforce" (Orkan) von Peter Graham. Dieses Stück verbindet gekonnt Elemente irischer Volkstanzweisen mit choralartigen Passagen und bot den Musikern damit die Gelegenheit, ein wirkungsvolles Spannungsmoment aufzubauen. Der erste Teil der Reise neigte sich dann seinem Ende mit dem weithin bekannten temperamentvoll intonierten Paso doble "Espana Cani" von Pasqual Marquine und der nicht minder bekannten "Funiculi-Funicula-Rhapsody" von Luigi Denza.

Hatte das Symphonische Blasorchester bis hierher die Zuhörer musikalisch kreuz und quer durch Europa geführt, so entführen das Jugendorchester und die Bläserschüler des Städtischen Gymnasiums mit "La Rejouissance" aus Georg Friedrich Händels "Feuerwerksmusik" und James Horners "Music from Titanic" über England hinaus in die weite Welt. Dizzy Stratfords "Reggae Ballad" aus der "Easy Pop Suite" sowie der "Asia Rock" desselben Komponisten lockten in exotische Zonen. Mit "Memories" (Benny Goodman), "Soul Bossa Nova" (Quincy Jones) und "Tico Tico" (Zequinha Abrau) wusste Thomas Boger - nun wieder mit dem Symphonischen Blasorchester - zum Schluss noch drei Trumpfe instrumentaler, rhythmischer und solistischer Art auszuspielen. Hier durfte das Orchester erneut seine ganze Musizerfreude präsentieren.

Natürlich ist es nicht immer ganz unproblematisch, bekannte Kompositionen in Adaptionen zu realisieren. Die Zuhörer in der gut gefüllen Stadthalle bedachten den beachtlichen Leistungsstandarf "ihrer" Bläser aber mit begeistertem Beifall und wurden mit Engelbert Humperdincks "Abendsegen" als "Ohrwurm" für den Nachhauseweg entlassen.

Bernd Heumüller