Die Glocke vom 12.11.2002

Von Op bis Pop kreuz und quer durch die Welt

Gütersloh (mbe). Mit der vor Lebenslust sprühenden Ouvertüre aus "Figaros Hochzeit" von Wolfgang Amadeus Mozart eröffnete das Symphonische Blasorchester der Feuerwehr Gütersloh am Sonntag schwungvoll seine "Musikalische Weltreise" in der Stadthalle.

Makellos und mit größter Ausdrucksintensität erklang das Werk, ebenso die Polka und das Finale aus dem ersten Akt von Smetanas "Die verkaufte Braut", deren pulsierende tänzerische Rhythmen glänzend wiedergegeben wurden. Als drittes Beispiel aus der Welt der Oper folgte der Pilgerchor aus Wagners "Tannhäuser", der melodische Gesang mit sinfonisch fließendem Orchesterklang verbindet, ein in hohem Maße anspruchsvolles Werk, das mit spieltechnischer Verve vorgetragen wurde.

Den bestens aufgelegten Dirigenten Thomas Boger mit einem "musikalischen Dompteur" zu vergleichen, erwies sich als gar nicht so weit hergeholt, eingedenk der zahllosen Stunden intensiven Probens mit den ambitionierten Laienmusikern, die wie "Raubtiere gebändigt wurden", scherzte Boger.

Das Jugendorchester gab mit der Peer-Gynt-Suite Nr. 1 eine beachtliche Kostprobe seines bläserischen Können. Von Grieg und Norwegen zogen die musikalischen Weltenbummler einen weiten Bogen über den Atlantik bis zur iberischen Halbinsel, um den "Festtag in Sevilla" mitzuerleben. Die gleichnamige Klaviersuite schrieb der Liszt-Schüler Isaac Albéniz (1864-1932). "Mir wurde fast schwindelig als ich die Klaviernoten studierte", gab selbst Boger zu. In der Transkription für Blasorchester - fürwahr ein harter Brocken - wurde dem gebannt lauschenden Publikum in der gut besuchten Stadthalle eine faszinierende musikalische Bildsprache vorgeführt: Mit schrillen bis diskanten Sequenzen und ungewohnten Harmonien wurde die berühmte Fiesta mit ihrer von Tausenden von Menschen und Blumen gesäumten Prozessionen plastisch vor Augen geführt. Das war schon sensationell wie die MusikerInnen das machten. Nach der Pause waren die "greenhorns" dann noch einmal mit Dizzy Stratfords "Easy Pop Suite" zu hören, flotter Auftakt zu den heißen Rhythmen, die den zweiten Konzertteil prägten. "State Occasion", eine original britischen Attitüde mit Extraeinlagen für die Posaunen, wurde da unter anderem präsentiert, augenzwinkernd unterstützt von einem Kollegen im Bärfellmützen-Outfit. Ihrem großen Auftritt hatten die Saxophone in dem hinreißenden "Glen-Miller-Medley".

In Mexico endete schließlich die schillernde musikalische Weltreise der FFG-Blasmusiker mit "Second Suite for Band" von Alfred Reed. Am Schluss gab es anhaltend enthusiastischen Applaus - und zwei schmeichelnde Zugaben als Dankeschön ans Publikum.