Westfalenblatt vom 13.11.2001

Herbstkonzert des Symphonischen Blasorchesters

Nachwuchs immer stärker

Gütersloh (WB). An eine bewährte Tradition knüpfte das Symphonische Blasorchester der Gütersloher Feuerwehr am Sonntag bei seinem Herbstkonzert in der Stadthalle an: Die in vielen Gemeinschaftskonzerten bewährte Freundschaft zum (inzwischen) Gemischten Turner-Gesangverein Gütersloh erfuhr durch die Mitwirkung des Chores eine erfreuliche Wiederbelebung. Dritter im Bunde war das inzwischen erheblich vergrößerte Jugendorchester, das in vielen fleißigen Übungsstunden erstaunliche Fortschritte gemacht hat.

Unter der bewährten und temperamentvollen Leitung von Thomas Boger begannen die Symphoniker mit der Ouvertüre zu Carl Maria Webers letztem werk, der Oper "Oberon", wobei anfängliche Abstimmungs-Schwierigkeiten nicht zu überhören waren. Dann belebte der Nachwuchs die Bühne und präsentierte einen Querschnitt aus Humperdincks Märchenoper "Hänsel und Gretel" mit dem lyrischen "Abendsegen", dem sich rhythmisch stark und mit spritzigem Schlagwerk-Drive "Esprit" von Kevin Daley und "Jubilations" von Bruce Pearson anschlossen. Die Jungen und Mädchen hatten ein ganzes Wochenende mit Feuereifer auf der Wewelsburg ihren Beitrag geprobt, wie Thomas Boger lobend berichtete. Einige werden schon beim Christkindlmarkt in Wiedenbrück im Konzert der "Großen" mitmischen.

Den ersten Teil beendete das Blasorchester mit einem Querschnitt aus dem Musical "Chess", komponiert von den Ex-Abba-Sängern Benny Ulvaeus und Björn Andersson. Neben den Bläsern bewährte sich dabei Sebastian Ehl an der leider nur selten zu hörenden Stadthallen-Orgel. Das musikalisch aufwändig, zuweilen etwas schrill abstrakte Musical "Elisabeth" von Michael Kunze und Sylvester Levay setzte nach der Pause den Reigen fort.

In der Folge vereinigten sich die Turner-Sängerinnen und –Sänger mit dem Orchester unter der straffen Gesamtleitung von Martin Gentejohann zur "Masquerade" aus dem "Phantom der Oper" von Andrew Lloyd Webber. Leider hielt der junge Dirigent die Bläser nicht energisch genug zurück, die den Chor vielfach lautstark zudeckten, wie auch anschließend bei Webbers "Memory" aus "Cats". Das Finale mit dem zweiten Akt von Verdis Oper "Aida" überzeugte dagegen in seiner Vielfalt unter Beteiligung eines vierfachen Trompeten-Satzes, besetzt mit Martin Gentejohann, dem früheren Präsidenten des Posaunenchores des Ev. Stiftischen Gymnasiums, Paul Simon Fürst sowie dem früheren Orchester-Mitglied Dietmar Delbrügge, jetzt im pfälzischen Landau beheimatet, und seinem Begleiter Stefan Magin aus Neustadt/Weinstraße, die gern aushalfen. Thomas Boger: "Wir haben in Bielefeld vergeblich angeklopft."

Großartig der beliebte Triumphmarsch mit den beiderseits der Bühne aufgestellten Solisten und dem schönen Zwischenspiel der Holzbläser, ein Genuss auch Chor und Orchester mit der Orgel im grandiosen Zusammenwirken. Ein Erlebnis ersten Ranges, wie der minutenlang tosende Beifall der Zuhörer zeigte. Als Dank gab es mehrere Zugaben.

Karl Heinz Spreyer