Die Glocke vom 23.11.1990
Ein Konzert für höchste Ansprüche
Gütersloh (mbe). Zum zehnten Male traten sie Dienstag mit einem großen Gemeinschaftskonzert vor das Publikum der ausverkauften Stadthalle: der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr, Leitung P. B. Smith, wie der Männer- und gemischte Chor des Turnergesangvereins Gütersloh mit ihrem Chorleiter Wilhelm Lienke. Die beiden musikalischen Leiter hatten ein Programm zusammengestellt, dess Schwerpunkt bei Kunstlied und klassischer Instrumentalmusik angesiedelt war.
Für die Mitwirkenden bedeutete das freilich Werke zu interpretieren, die höchste Ansprüche sowohl an chorische wie bläserisches Können stellten. Doch um es gleich vorweg zu nehmen: Alle Beiträge überzeugten auf der ganzen Linie. Bereits der Auftakt, in dem der Musikzug ein Stück aus der Feder seines Dirigenten P. B. Smith vorstellte, machte das hohe musikalische Niveau der Mitwirkenden deutlich. Nach zwei Beethoven-Liedern mit Orgelbegleitung durch Reiner Breitenströter glänzet Martin Storck, Trompete, in „Trumpet Tune And Air“ mit einem brillanten Solo.
Solistisches präsentierten dann auch die „Turnersänger“: Die uralte, doch immer wieder bezaubernde Weise vom „Stundenruf des Wächters“ vereinte beide Chöre zu einem Vortrag makelloser Schönheit, der seine besonderen Akzente noch durch das Gesangssolo von Fritz Diethard Güth erfuhr. Nun wäre es müßig, alle Beispiele des großen Konzertabends im einzelnen aufzuführen. Als besonders publikumswirksam erwiesen sich jedoch die drei Werke, die alle Mitwirkenden vereinte und die abwechselnd von Dirigent Smith und Chorleiter Wilhelm Lienke geleitet wurde. Welch ein Erlebnis einen Chor mit annähernd hundert Sängerinnen und Sängern erklingen zu hören!
Nun ist zahlenmäßige Stärke eines Chores allein noch kein Kriterium für Qualität, im Gegenteil, welch schwierige Aufgabe bedeutet es hier für einen Chorleiter, alle „unter einen Hut zu bringen“. Allein die Tempi korrekt einzuhalten, erfordert auch seitens der Chormitglieder höchste Konzentration. Wie denn überhaupt chortechnische Sicherheit Vorträge wie etwa „Der Reigen“ von Oskar Strauß oder „My fair Lady“ von Frederik Loewe ein Höchstmaß an Disziplin und Einfühlungsvermögen nötig haben.
Auch die Mitwirkenden des Musikzuges der FFG zogen sämtliche Register ihres Könnens, und bewiesen ihre Vielseitigkeit in dem Nebeneinander von Werken wie „Farandole“ von Bizet und dem „Bayrischen Defiliermarsch“. Obendrein gab es sogar eine „Premiere“: Der neugeschaffene Jugendchor des Turnergesangvereins stellte sich vor. Unter der Leitung von Claudia Richter stellten 13 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren zwei bekannte amerikanische Volkslieder vor. Zum Schluß des in allen Details gelungenen 10. Gemeinschaftskonzertes des FFG Musikzuges und der „Turnersänger“ bewies dann auch der enthusiastische Beifall die uneingeschränkte Begeisterung des Publikums.
