Die Glocke vom 21.11.1996
Feuerwehr-Musikzug
Schwieriges Programm mit Bravour bewältigt
Gütersloh (sch). Höchst anspruchsvoll war das von Peter Bernard Smith zusammengestellte Programm des schon fast traditionellen Herbstkonzertes „Symphonic Highlights“, mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Gütersloh-Zentral am Dienstagabend in der Stadthalle die Zuhörer erfreute. Der Kapellmeister hatte ausschließlich Werke der klassischen Musikliteratur zusammengestellt, gehobene, wohlbekannte Stücke. Mit seinen hochgesteckten Zielen verlangte P. B. Smith von seinen 45 Musikerinnen und Musikern in ihren schmucken Feuerwehruniformen aus der Zeit der Jahrhundertwende recht viel. Als Gast verstärkte an der Oboe Martina Buchholz-Suzuki (Bielefeld) das Orchester.
Seit Sommer dieses Jahres probten die Musiker für diesen Konzertabend. Harald Ehl – seit nunmehr 48 Jahren brilliert er am Schlagzeug – fasste in seiner Begrüßung die Gedanken einiger Musiker zusammen: „Unsere Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt für die ‚Symphonic Highlights’. Mit Aida ins Bett und Wilhelm Tell aufstehen und nachts spukt der Tannhäuser durchs Schlafzimmer.“ Der „Einzug der Gäste“ aus „Tannhäuser“ war denn auch der gewaltige Auftakt mit Richard Wagner. Der erste Höhepunkt folgte mit der Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ von Gioacchino Rossini. Mit bezaubernder Leichtigkeit meisterte Sabine Günther die Flötensoli. Sofort anschließend ein weiteres „Highlight“: Dietmar Delbrügge und Maik Herrmann brillierten mit ihren Bachtrompeten als Solisten gemeinsam mit dem Orchester in dem Konzert für zwei Trompeten von Antonio Vivaldi.
Zweifellos der Höhepunkt dieses Konzertes war der Ausschnitt aus „Carmina Burana“ von Carl Orff, natürlich ohne Gesänge und Chor. „Als 25jähriger Musikstudent hatte ich in England die erste Begegnung mit diesem Werk“, sagte P. B. Smith vor der Aufführung. „Diese phantastische Musik ist für mich eine prägende Erinnerung. Heute abend ist kein Theater und kein Feuerwerk dabei, es macht mich ärgerlich, wenn dadurch die Klänge in den Hintergrund gedrängt werden.“ Die große Verehrung für die Orffsche Musik war zu spüren, die Feuerwerkmusiker wuchsen über sich hinaus. Nicht zuletzt dank der Soloeinlagen, so unter anderem Ute Pöße (Klarinette), und Maik Herrmann (Flügelhorn). Ein Sonderlob verdient sicherlich ob ihres anspruchsvollen und schwierigen Parts die Schlagzeugtruppe mit Harald und Sebastian Ehl, Bob Smith und Steffen Krinke.
„Aida“, „Die verkaufte Braut“, Ballettmusik von Rossini sowie Lieder und Märsche des britischen Komponisten Edward Elgars. sehr bekannt sein Marsch „Pomp and Circumstance“, füllten den zweiten Teil des Abends aus. Ein dankbares Publikum spendete zum Schluß langanhaltenden Beifall. Es ist nicht zu leugnen: Die Feuerwehrmusiker mit ihrem Kapellmeister Peter Bernard Smith gehören zu den besten Laien-Blasorchestern weit und breit.
Schroeder
