Die Glocke vom 28.09.1999
Konzert des FFG-Musikzuges
Klang- und temperamentvoll
Gütersloh (mbe). Begeisterte Resonanz erfuhr das zweite große Konzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Gütersloh-Zentral unter seinem neuen Dirigenten Thomas Boger. Den Besuchern in der gut besuchten Stadthalle wurde am Wochenende ein musikalischer Bilderbogen aus zwei Jahrhunderten präsentiert.
Mit engagierter Spielfreude und bläserischer Qualität entfalteten die 58 Musizierenden unter der inspirierenden Leitung von Thomas Boger die musikalische Bandbreite des Programms. Im Übrigen hatte nicht nur in der Leitung des FFG-Musikzuges ein Generationswechsel stattgefunden, auch neue, teils noch sehr junge Musizierende trugen mit Einsatzbereitschaft und Musikverständnis zum homogenen Klangbild des Blasorchesters bei.
Für den Prager Festakt zur Shakespear-Feier 1864 schrieb Friedrich Smetana einen Marsch. Das Spiel dieser Festmusik durch die 48 FFG-Bläser zauberte unweigerlich eine Vorstellung all jener Dramen-Figuren des Poeten, die seinerzeit im Prager Theater die musikalische Wirkung noch betonten, auch in die Gütersloher Stadthalle. Illustrativ in seinem Klangbild war dann auch die Ouvertüre "Leichte Cavalerie" von Franz von Suppe. Die Leichtigkeit wienerischer Klangvorstellungen wurde mit ausgefeilter Dynamik trefflich wiedergegeben.
Wie ein musikalischer, ganz persönlicher Reisebericht mutet Mendelssohn-Bartholdys Ouvertüre "Die Hebriden" an. Ein Werk, mit dem einmal mehr die musikalische Ausdrucksintensität der Instrumentalisten in hohem Maße gefordert wurde: Packend entfalteten sie die romantischen Klangbilder eindrucksvoller Naturstimmungen.
Der zweite Teil des Konzertes war ausschließlich Komponisten dieses Jahrhunderts vorbehalten. Nach dem Krönungsmarsch von Sir William Walton folgten zwei Kompositionen des 1951 geborenen Philip Sparke. In seinem dreisätzigen Werk "Fanfare-Romance-Finale" hatten die einzelnen Stimmgruppen Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Brilliant endete der letzte Satz, der alle Bläser zu einem großem Tutti vereinte.
Percy Aldridge Grainger bemühte siche enthusiastisch um das englische und irische Volkslied, um in seinem Arrangements ihre ursprüngliche Atmosphäre einzufangen. Mit seinem sechsteiligen "Lincolnshire Posy" – Thomas Boger lieferte dazu Textbeispiele zur Einstimmung – wurde der spezifische Reiz englischer Lieder treffend vermittelt.
"The Hounds of Spring" (Alfred Reed) bildete, temperamentvoll vorgetragen, den grandiosen Abschluß des "musikalischen Bilderbogens".
Berg
