Neue Westfälische vom 19.10.1998

Thomas Boger neuer Dirigent des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr

Blasmusik weiter im Mittelpunkt

Gütersloh (mg). Qualität verpflichtet, werden sich die Verantwortlichen gedacht haben, als sie sich bei der Nachfolge von P. B. Smith beim Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Gütersloh-Zentral für Thomas Boger entschieden haben.

Die musikalische Biographie des 28jährigen Trompeters läßt vermuten, daß das hohe Niveau des Gütersloher Orchesters – laut Bundesstabführer Werner Ketzer einer der zwei besten Musikzüge der Feuerwehr in Deutschland – weiterhin gewahrt bleibt. Kontinuität ist dem neuen Dirigenten wichtig: " Die symphonische Blasmusik wird weiterhin im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Denn damit hat sich der Musikzug seinen guten Namen erarbeitet."Erfahrungen hat der 1970 in Pforzheim geborene, in Herne aufgewachsene Thomas Boger schon reichlich gesammelt. Hinter dem Pult, etwa beim Orchester des Schleswig-Holstein Musikfestivals, dem Detmolder Kammerorchester und der deutschen Bläserphilharmonie. Und vor dem Pult, als Dirigent des Blasorchesters Grassberg (bei Bremen) und des Posaunenchores in Oerlinghausen. Sogar die musikalische Wirkungsweise der Feuerwehr ist ihm vertraut. Er war zuletzt Leiter des Oerlinghausener Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr. Selbst seine Telefonnummer hat er seiner Wirkungsstätte angepaßt; die letzten drei Ziffern sind identisch mit dem Feuer-Notruf 112.

Not herrscht nicht beim Musikzug in Gütersloh. Mit 46 Musikerinnen und Musikern ist der Musikzug gut ausgestattet. Neue Musiker (vor allem Rohrblattinstrumente) sind dennoch gern gesehen. 20 Elevinnen und Eleven werden im Nachwuchsorchester gefördert, das P. B. Smith vor einigen Jahren gegründet hatte. Thomas Boger möchte die Nachwuchsarbeit weiterführen und intensivieren.

Schließlich wird der Student der Allgemeinen Musikerziehung in Detmold, wenn alles gut läuft, im November diesen Jahres diplomierter Instrumentallehrer sein. Unterrichten, Dirigieren, das er in Detmold bei Professor Joachim Harder studiert hat, und Musizieren, sollen in ausgewogener Balance zukünftig seine Betätigungsfelder sein.

Daß er mit dem Posten in Gütersloh ein schweres Erbe antritt, weiß Boger. Schließlich war P. B. Smith nicht nur ein hervorragender Arrangeur und Komponist, sonder auch ein guter Moderator der Musikzug-Konzerte. Thomas Boger wird sich bei seiner Tätigkeit auf die Musik beschränken, allerdings das Repertoire um einige moderne Kompositionen für symphonische Blasmusik erweitern.

Viel Zeit zum Einstudieren neuer Stücke bleibt dem "Neuen", der sein Amt offiziell am 1. Oktober antrat, allerdings nicht. Denn schon am Sonntag, 25. Oktober, wird er mit seinem Musikzug um 16 Uhr auf dem Berliner Platz im Rahmen des Gütersloher Schinkenmarktes zu hören sein. Traditionelle Auftritte bei den Weihnachtsmärkten in Gütersloh und Wiedenbrück werden in diesem Jahr folgen. Erst beim Frühjahrskonzert im März 1999 wird Thomas Boger die Gelegenheit haben, dem Musikzug seinen eigenen, individuellen Stempel als Chefdirigent aufzudrücken.

Übrigens: Wer Lust hat, symphonische Blasmusik zu spielen, kann Proben des Musikzuges besuchen. Die finden, seit 117 Jahren unverändert, dienstags in der Feuerwehrwache von 20 bis 22 Uhr statt.