Die Glocke vom 20.11.1988
Erstaufführung machte das Konzert zu einem Erlebnis
P. B. Smiths „Unsere Stadt“ mit viel Beifall bedacht
Gütersloh. Musik und Gesang verbreiten Freude, besonders in diesen neblig-trüben Novembertagen. so bot das achte Gemeinschaftskonzert des Musikzugs der Freiwilligem Feuerwehr Gütersloh-Zentral und der Männer- sowie gemischte Chor des Turnergesangvereins Gütersloh den über 1200 Besuchern in der Stadthalle eine willkommene Abwechslung. Musiker, Sängerinnen und Sänger sah man unter der Stabführung von Peter Bernard Smith und dem Dirigenten Wilhelm Lienke hoch motiviert. Jede während des zweistündigen Konzertes gespielte oder gesungene Programmnummer war eine exzellente Interpretation. Orchester und Chöre hatten wieder ein volkstümliches Programm von bekannten Opernmelodien über das Musical bis hin zum Volkslied erarbeitet.
Unter den Zuschauern konnten viele Gäste – darunter Ehrenvorsitzender Richard Sundermann, Ehrenchorleiter Martin Husemann, GTV-Vorsitzender Welf Sundermann, Stadtrechtsrat Michael Hammon, Landesstabführer der Feuerwehrmusiker Werner Ketzer (Rietberg), Landesausbildungsleiter Helmut Diller (Lüdenscheid) -, vom Vorsitzenden des Turnergesangvereins Ernst Hark begrüßt werden.
Schon der Marsch „Per aspera ad astra“ (E.Urbach) vom Orchester und die darauffolgenden Lieder „Lobt den Herrn der Welt“ (W. Trapp) und „Die ehre Gottes aus der Natur“ (Beethoven) vom Männerchor mit Begleitung von Heiner Breitenströter an der Stadthallenorgel setzten Akzente. Auch der gemischte Chor zeigte gleich Einsatzfreude und stimmte mit plattdeutschen und hochdeutschen Liedern aus dem „Westfälischen Hochzeitstraum“ im Satz von Wilhelm Lienke in das gesangliche Angebot ein.
Eine Überraschung erwartet die Zuhörer mit der Erstaufführung einer Suite in drei Sätzen über „Unsere Stadt“ von Peter Bernard Smith. Musikalisch waren die Besucher im ersten Satz zu einem Bummel durch die Fußgängerzone eingeladen, während sie sich im zweiten Satz zu einem Spaziergang durch den Stadtpark versetzt fühlten. Erst im dritten Satz „Der große Konzern“ erlebte man die Dynamik der impulsierenden Geschäftswelt über die Konferenz bis hin zur positiven Bilanz. Eine beeindruckende Leistung des Komponisten, die mit lang anhaltenden Beifall bedankt wurde.
Ein beschwingtes Stimmungsliederpotpourri zum Lobe des Rheins vom Männerchor (Flügelbegleitung Heiner Breitenströter) sowie die vom Orchester dargebotene Ouvertüre zur komischen Oper „Der Kalif von Bagdad“ und den vom gemischten Chor und Ochester gemeinsam intonierten „Chor der Gefangenen“ aus der Oper „Nabucco“ von G. Verdi standen unter anderem bis zur Pause auf dem Programm.
Gleich nach der Pause galt die ganze Aufmerksamkeit Harald Ehl, der seit 40 Jahren als leidenschaftlicher Freizeitmusiker dem Musikzug der Feuerwehr angehört und zudem mit großem Engagement die Geschicke des Musikzuges als Vorsitzender führt. Stadtrechtsrat Michael Hammon dankte ihm im Namen der Stadt für seine Leistungen und überreicht ihm ein Präsent in Form einer bespielten Musikkassette, auf der sein hochbegabter Sohn Sebastian während des großen Big-Band-Konzertes im Spätsommer dieses Jahres auf dem Keyboard zu hören ist. P. B. Smith übergab ihm eine Schalplattensammlung „Unsere Stadt“.
Spritzig, beschwingt, aber auch wagemutig war das Repertoire im zweiten Teil des Konzertes. Gemischter Chor und Orchester brachten mit dem Marsch „Frei weg“ von Carl Latann Phonstärke ins Haus.
Mit anspruchsvollen Liedern aus dem Musical „My fair Lady“, so „Ich hätt´ getanzt heut´ Nacht“, „Wäre das nicht wunderschön“ und dem com Chorleiter Wilhelm Lienke und Heiner Breitenströter am Flügel vierhändig zu Gehör gebrachten Lied „Ich bin gewöhnt an dein Gesicht“, ebenfalls aus dem Musical, wurden Glanzlichter gegeben.
Prächtig gelangen dem Orchester die Musikstücke „Don´t flute about“ von P. B. Smith mit prägnantem Flötenquartettsolo und „Trumpets Wild“ in der Bearbeitung von H. Walter, wobei die Trompetenbläser dominierten.
Mit einer bunten Folge bekannter Volkslieder unter dem Titel „Deutsche Impressionen“ und „In der Heimat“ kamen die drei Klangkörper im Finale noch einmal voll zu Geltung. Mit der erklatschten Zugabe „Abend wird es wieder“ und dem Marsch „Frei weg“ verabschiedeten sich Chöre und Orchester von einem dankbaren Publikum.
